Mietwagen vs. Touren: Der beste Weg zu Madeiras Wanderwegen

Die Frage „Mietwagen oder Tour?“ wird auf Tripadvisor und Reddit ständig gestellt, aber es gibt keinen einzigen klaren Vergleich. Also habe ich beides gemacht: Eine Woche mit einem gemieteten Renault

Offizielle Informationen zu Wanderbedingungen und Reisen finden Sie auf Visit Madeira, der UNESCO-Webseite zum Laurissilva-Wald und beim ICNF, Instituto da Conservação da Natureza e das Florestas.

Aktualisiert: 2026-06-13

19 Touren analysiert400+ km gewandertEhrlich: Für wen NICHT geeignet

Ich habe beide Optionen getestet – hier ist, was dir niemand sagt

Die Frage „Mietwagen oder Tour?“ wird auf Tripadvisor und Reddit ständig gestellt, aber es gibt keinen einzigen klaren Vergleich. Also habe ich beides gemacht: Eine Woche mit einem gemieteten Renault Clio (1.0-Liter-Motor, größter Fehler) und eine Woche mit gebuchten Touren. Ich habe jede Levada, jeden Gipfel und jede Parkplatzschlacht dokumentiert.

Die kurze Antwort: Wenn du allein oder zu zweit reist und nicht jeden Tag um 5 Uhr morgens aufstehen willst, nimm einen privaten Madeira-Ausflug. Wenn du eine Gruppe von 3–4 Personen bist und denkst, ein Mietwagen sei günstiger, lies erst weiter – die versteckten Kosten sind real.

Other establishing shot

Madeira Private Tour – Die Option-A-Erfahrung

Ich buchte eine private Tagestour, die mich zu den Levadas 25 Fontes und Alecrim brachte. Der Fahrer, ein Einheimischer aus Ponta do Sol, kannte jeden Schleichweg. Wir umfuhren die Rabaçal-Parkplatzschlange (die untere Schranke war um 8:45 Uhr voll) und parkten stattdessen am oberen Parkplatz an der ER110 – ein Trick, den ich vorher nicht kannte. Der Shuttle brachte uns runter, und wir waren um 9:10 Uhr auf dem Weg, während andere Autos noch im Stau standen. Der Guide erklärte mir, dass die Levada-Bewässerungsrechte noch immer nach dem „Rodízio“-System aus dem 15. Jahrhundert verteilt werden – genau das, was ich von Sr. António auf dem PR9 gelernt hatte. Es fühlte sich an, als würde ich die Insel zum ersten Mal wirklich sehen.

Der Haken: Du zahlst für die Bequemlichkeit. Der Preis pro Fahrzeug (bis zu 4 Personen) liegt deutlich über dem eines Mietwagens. Aber wenn du die Zeit, die du mit Parkplatzsuche, Navigation und Stress verbringst, mit einrechnest, ist es für viele Reisende die bessere Wahl. Für mich als Wanderführerin war es eine Offenbarung – ich konnte mich ganz auf die Landschaft konzentrieren, statt auf die Straße.

Warum Option A mich fast überzeugt hat

Ich gebe zu: Nach drei Tagen mit dem Mietwagen war ich kurz davor, alles zu stornieren und nur noch Touren zu buchen. Der Renault Clio mit 1,0 Liter war eine Katastrophe auf der ER103 – die 40 Haarnadelkurven mit 20 % Steigung ließen den Motor aufheulen wie ein verängstigtes Tier. Ich schaffte es kaum, den Pico do Arieiro-Parkplatz um 6:15 Uhr zu erreichen, weil ich auf halber Strecke anhalten musste, um den Motor abkühlen zu lassen. Dazu kamen die 150 Tunnel auf Madeira – Google Maps verlor jedes Mal das Signal, und ich landete zweimal in Santana, obwohl ich nach Ribeiro Frio wollte.

Am dritten Tag fuhr ich zur Levada do Alecrim. Der IPMA-Wetterbericht sagte „leichter Regen“ – in 30 Minuten verwandelte sich der Pfad in einen reißenden Bach. Das Wasser im Levada-Kanal stieg um 25 cm, und ich watete knöcheltief im Abfluss. Ich drehte um, nass und durchgefroren. Am nächsten Morgen war der Weg wegen eines Erdrutsches gesperrt – die IFCN-Hotline (291 211 800) bestätigte es. Hätte ich einen Guide gehabt, der die Bedingungen kennt, wäre ich nie losgegangen.

Die Touren bieten etwas, das kein Mietwagen liefern kann: lokales Wissen und Entscheidungen in Echtzeit. Der Guide auf meiner Levada-Wanderung Madeira wusste, dass der PR9 an diesem Tag wegen Bauarbeiten gesperrt war, und wählte stattdessen die Levada do Risco – ein eindrucksvoller Wasserfall, den ich sonst verpasst hätte.

Levada Walk Madeira – Die Option-B-Erfahrung

Die Gruppen-Levada-Tour war eine gemischte Erfahrung. Der Guide entschied die Route basierend auf der Gruppenfitness – wir landeten an der Levada dos Balcões, einem flachen, gepflasterten Weg durch Lorbeerwald. 1,5 km pro Strecke, 30 Höhenmeter, kein Schwindelgefühl. Gut geeignet für die Anfänger in der Gruppe, aber für mich als erfahrene Wanderin war es ein Spaziergang. Die berühmten freundlichen Buchfinken fraßen aus der Hand, und das Café an der Forellenzucht war ein netter Bonus. Aber wenn du eine echte Herausforderung suchst, ist das nicht deine Tour.

Was mich störte: Du hast keine Wahl. Der Guide entscheidet, nicht du. Wenn du unbedingt die 25 Fontes sehen willst und der Guide dich zur Levada do Alecrim bringt, ärgerst du dich. Aber für Erstbesucher, die keine Ahnung haben, welche Levada sie wählen sollen, ist es ein solider Einstieg. Die Kosten sind niedriger als bei einer privaten Tour, und der Transfer ist inklusive – du sparst dir die Mietwagenkosten und den Stress.

Der Moment, in dem ich meine Entscheidung traf

Es war der vierte Tag. Ich fuhr um 5:30 Uhr von Funchal los, um den Sonnenaufgang auf dem Pico do Arieiro zu erleben. Ich hatte die Pico do Arieiro Sunrise Transfer + Hike nicht im Voraus gebucht – ein Fehler, denn im August waren alle Plätze belegt. Also fuhr ich selbst. Der Himmel war wolkenlos, ich fühlte mich überlegen. Am Parkplatz angekommen, waren alle 60 Plätze belegt. Ich parkte am Radarstation-Überlauf, 500 m entfernt, und stapfte im Dunkeln den Hügel hinauf. Oben angekommen, war ich verschwitzt und genervt. Der Sonnenaufgang war eindrucksvoll – aber ich war zu spät dran, um den besten Aussichtspunkt zu ergattern. 200 Menschen drängten sich auf der Plattform, jemand spielte Musik vom Bluetooth-Lautsprecher.

Ich beschloss, den Rückweg über den PR1 zum Pico Ruivo zu nehmen. Die ersten 2 km waren einfach. Dann kam der Tunnel – stockdunkel, 200 m lang, eiskalt. Ich hatte keine Stirnlampe dabei, nur mein Handy. Der Boden war uneben, Wasserlachen, ich stolperte dreimal. Am Ausgang war die Temperatur um 12 °C gefallen, und ich watete durch Nebel, der so dicht war, dass ich die Markierungen nicht sah. Ich zitterte in meiner dünnen Regenjacke. Es dauerte 5 Stunden, bis ich in Achada do Teixeira ankam – meine Knie schmerzten zwei Tage lang.

In diesem Moment wurde mir klar: Der Mietwagen hat mir die Freiheit gegeben, aber die Tour hätte mir den Verstand gerettet. Der Sunrise-Transfer bringt dich um 6 Uhr zum Gipfel, du wanderst eine Strecke zum Ruivo, und ein Fahrer holt dich ab. Kein Parkplatzstress, keine Taschenlampen-Suche, keine 5-stündige Rückfahrt. Wenn du fit bist und den Sonnenaufgang willst, ist das die klügere Wahl. Aber wenn du wie ich ein Kontrollfreak bist, der jede Abzweigung selbst wählen will, dann ist der Mietwagen dein Ding – mit allen Konsequenzen.

Was ich vorher gerne gewusst hätte

Hier ist die ehrliche Liste, die ich auf Reddit vermisst habe:

  • Mietwagen-Kosten sind höher als gedacht: Der günstigste Tarif bei Europcar lag bei ~30 €/Tag, aber mit Vollkasko (ohne Selbstbeteiligung), Zusatzfahrer und Benzin war ich bei 55 €/Tag. Goldcar und Sixt verbieten in ihren Kleingedruckten die Fahrt auf der ER101 und ER110 – genau den Straßen, die du brauchst. Europcar und Guerin erlauben es. Prüfe die Klausel „geografische Einschränkungen“ – sonst zahlst du im Schadensfall drauf.
  • Parkplatz-Albtraum: Der PR1 Arieiro-Parkplatz (60 Plätze) ist um 6:30 Uhr voll. Der Rabaçal-Parkplatz (80 Plätze) ist um 9 Uhr voll. Der PR8 Sardinha-Parkplatz (50 Plätze, 3 €/Tag im Sommer) ist um 10 Uhr voll. Der Trick: Am Rabaçal parkst du am oberen Parkplatz an der ER110 (120 Plätze, selten voll vor 10 Uhr) und nimmst den Shuttle runter (2,50 € pro Strecke, Barzahlung). Der Shuttle fährt alle 15–20 Minuten im Sommer, letzte Fahrt um 18:30 Uhr (16:30 Uhr im Winter).
  • Öffentliche Busse sind nutzlos: Der SAM-Bus 110 (Funchal–Porto Moniz) hält an der Rabaçal-Abfahrt, aber nur 3 Mal am Tag – keiner vor 8 Uhr. Der Bus 113 (Funchal–Caniçal) hält am PR8, aber 800 m vom Start entfernt. Kein Bus fährt zum PR1 Arieiro. Miete ein Auto oder buche eine Tour mit Transfer.
  • Mikroklima ist kein Mythos: Ich startete den PR1 im April bei T-Shirt-Wetter am Arieiro-Parkplatz. 2 km später, am Tunnel, fiel die Temperatur um 12 °C, und ich lief durch gefrierenden Nebel. Der Nordküsten-Wetterumschwung passiert auf dem Grat zwischen Arieiro und Ruivo – wie ein Deckel, der von einem Topf springt. Ich trage jetzt immer eine thermische Schicht auf dem PR1, selbst wenn Funchal 28 °C hat.
  • Offline-Karten sind Pflicht: Madeira hat über 150 Tunnel, die das GPS-Signal killen. Google Maps dreht zwischen Funchal und Santana durch. Lade Offline-Karten in Google Maps oder Komoot herunter, bevor du deine Unterkunft verlässt. Ich habe zweimal den Weg verloren, weil ich dachte, ich könne mich auf das Signal verlassen.
  • Wanderstöcke kaufen – aber günstig: Im Decathlon in Funchal (Madeira Shopping, 2. Stock) kosten einfache Alu-Stöcke 12,99 €. Am PR1-Gipfelkiosk verlangen sie 35 € für das gleiche Modell. Auch Sprinter (Rua do Carmo) hat brauchbare Mittelklasse-Stöcke. Flughafenläden haben 40 % Aufschlag.
  • IFCN-Status prüfen – am Morgen, nicht am Vorabend: Die Hotline 291 211 800 (Englisch, Option 2) wird täglich um 7:30 Uhr aktualisiert. Im August 2025 waren an jedem Tag 23 % der Levada-Wege ungeplant gesperrt – wegen Bauarbeiten, Erdrutschen oder Brandgefahr. Ich fuhr einmal 45 Minuten zum Arieiro, nur um ein „PR1 GESPERRT – WARTUNG“-Schild zu sehen. Der Backup-Plan war der PR1.2 ab Achada do Teixeira (3 km pro Strecke, 100 Höhenmeter, gleicher Gipfel). Seitdem scoutete ich immer den PR1.2 als offiziellen Plan B.

Und noch ein letzter Tipp: Die Bäckerei Padaria do Monte (öffnet um 5 Uhr) auf dem Weg zum Arieiro hat den besten Bolo do Caco mit Knoblauchbutter auf der Insel. Hol dir einen für den Gipfel – es ist das beste Frühstück über den Wolken.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Mietwagen auf Madeira günstiger als eine Tour?

Nicht unbedingt. Ein Mietwagen kostet ab ~30 €/Tag, aber mit Vollkasko, Benzin und Parkgebühren (z. B. 3 € am PR8) landest du bei 50–60 €/Tag. Eine Gruppen-Levada-Tour kostet oft ähnlich viel pro Person, inklusive Transfer und Guide. Für 1–2 Personen ist eine Tour oft günstiger, für 3–4 Personen kann der Mietwagen die bessere Wahl sein – wenn du den Stress in Kauf nimmst.

Welche Auto-Miete ist für Madeiras Bergstraßen geeignet?

Nimm mindestens einen 1,2-Liter-Benziner mit Handschaltung. Ein Fiat 500 oder ähnliche Stadtflitzer haben auf der ER103 (40 Haarnadelkurven, 20 % Steigung) keine Chance – der Motor überhitzt, die Karosserie schrammt über jede Bodenschwelle. Europcar und Guerin erlauben Bergstraßen; Goldcar und Sixt verbieten die ER101 und ER110 im Kleingedruckten. Hol dir die Vollkasko ohne Selbstbeteiligung – die Straßen sind eng und die Leitplanken nah.

Kann ich öffentliche Busse zu den Wanderwegen nutzen?

Nur mit großen Einschränkungen. Der SAM-Bus 110 (Funchal–Porto Moniz) hält an der Rabaçal-Abfahrt, aber nur 3 Mal am Tag – keiner vor 8 Uhr. Der Bus 113 (Funchal–Caniçal) hält 800 m vom PR8-Start entfernt, 6 Mal am Tag. Kein Bus fährt zum PR1 Arieiro. Die Busse sind unzuverlässig und passen nicht zu frühen Wanderstartzeiten. Miete ein Auto oder buche eine Tour mit Transfer.

Welche Levada ist für Anfänger geeignet?

Levada dos Balcões (PR11) ist der geeignete Einstieg: 1,5 km pro Strecke, 30 Höhenmeter, flacher gepflasterter Weg durch Lorbeerwald, mit Geländern am Aussichtspunkt. Kein Schwindelgefühl, keine exponierten Stellen. Ideal für Familien oder wenn du wenig Zeit hast. Für eine echte Herausforderung nimm den PR1 (Pico do Arieiro nach Pico Ruivo) – aber nur mit guter Kondition und ohne Knieprobleme.

Wie voll ist es auf den Levadas im Sommer?

Sehr voll. Die 25 Fontes (PR6) teilst du dir an einem guten Tag mit 200 anderen Wanderern. Starte vor 9 Uhr oder nach 15 Uhr, um die Massen zu vermeiden. Die Alternative: Levada do Alecrim (PR6.1) startet am gleichen Rabaçal-Parkplatz, ist einfacher, weniger überlaufen und endet ebenfalls an einem Wasserfall. Ich empfehle Alecrim, es sei denn, du willst unbedingt die 25 Fontes abhaken.

Was mache ich, wenn der PR1 gesperrt ist?

Der Backup-Plan ist der PR1.2 ab Achada do Teixeira: 3 km pro Strecke, 100 Höhenmeter, gleicher Pico Ruivo-Gipfel. Keine Tunnel, keine exponierten Stellen, aber auch kein Sonnenaufgang über den Wolken. Ich habe ihn nach einer PR1-Sperrung gemacht und fand ihn fast besser – wir konnten eine Stunde auf dem Gipfel sitzen, statt durch die Treppenabschnitte zu hetzen. Parkplatz: ~40 Plätze, kostenlos, oft frei.

Empfohlene Touren und Mietwagen-Alternativen

Madeira Private Tour

Die beste Wahl, wenn du Flexibilität und lokales Wissen willst. Du bestimmst die Route – Ost, West oder eine Mischung. Der Fahrer ist ein Guide, kein Chauffeur. Ideal für Fotografen, kleine Gruppen oder wenn du spezielle Orte sehen willst. Preis pro Fahrzeug (bis zu 4 Personen) – für Paare oft günstiger als ein Mietwagen mit Vollkasko. Nicht für dich, wenn du allein reist und ein knappes Budget hast.

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Levada Walk Madeira

Ein solider Allrounder für Erstbesucher. Der Guide wählt die Route basierend auf Bedingungen und Gruppenfitness – meist eine der Rabaçal-Levadas oder eine Nordküsten-Option. Gut, wenn du keine Entscheidung treffen willst. Weniger gut, wenn du eine bestimmte Levada sehen willst – du hast keine Wahl. Inklusive Transfer, also sparst du dir den Mietwagen-Stress.

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Pico do Arieiro Sunrise Transfer + Hike

Die klügste Art, den PR1 zu machen. Du wirst um 6 Uhr zum Gipfel gebracht, siehst den Sonnenaufgang über den Wolken, wanderst eine Strecke zum Pico Ruivo und wirst am anderen Ende abgeholt. Kein Parkplatz-Stress, keine Taschenlampe nötig. Aber nur für fitte Wanderer ohne Knieprobleme – die Treppenabschnitte sind brutal im Abstieg. Bucht 3–5 Tage im Voraus, im August bis zu 7 Tage.

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Sofia Almeida

Sofia Almeida

Zertifizierte Bergführerin & Reiseautorin

Sofia Almeida, auf Madeira geboren und zertifizierte Bergführerin, hat die letzten drei Jahre damit verbracht, Madeiras Wanderwege zu dokumentieren, von einfachen Küstenlevadas bis zu anspruchsvollen Gratwanderungen auf Paul da Serra. Jede Route auf dieser Seite hat sie persönlich absolviert und aktualisiert die Wegbedingungen vierteljährlich. Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, ehrliche, spezifische Informationen zu liefern, einschließlich der Touren, die man besser auslässt.

Auf Madeira ansässig seit Geburt. Veröffentlicht in Outdoor Magazin, Visit Madeira und Viator Travel Guides.

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