Beste Madeira Wanderungen für Anfänger: Levadas die Ihre Knie schonen

Ich hätte nicht erwartet, dass Madeira sich so anfühlt

Als ich das erste Mal auf Madeira ankam, dachte ich: „Insel, warm, flach – perfekt für entspannte Spaziergänge." Falsch gedacht. Madeira ist im Grunde ein Berg, der aus dem Atlantik ragt. Die Levadas – diese jahrhundertealten Bewässerungskanäle – führen zwar oft durch flaches Gelände, aber der Weg dorthin? Der hat es in sich. Ich erinnere mich an meinen ersten Versuch, die PR1 von Pico do Arieiro nach Pico Ruivo zu gehen. Ich startete im April bei strahlendem Sonnenschein – T-Shirt-Wetter, Sonnenbrille auf, fühlte mich unbesiegbar. Nach 2 km, am ersten Tunnel, war ich in einer völlig anderen Welt: Die Temperatur war um 12 °C gefallen, dichter Nebel nahm mir die Sicht, und ich zitterte in einer dünnen Regenjacke, die ich fast im Auto gelassen hätte. Der Mikroklima-Wechsel an diesem Grat ist kein Mythos – die Nordküste kippt ihr Wetter über den Kamm wie ein Deckel von einem Topf. Seit diesem Tag trage ich auf der PR1 immer eine ordentliche Thermowanderschicht, selbst wenn in Funchal 28 °C sind.

Für Anfänger sind die klassischen „Levada-Wanderungen" wie die PR6 (25 Fontes) oder die PR6.1 (Alecrim) perfekt – aber nur, wenn Sie wissen, worauf Sie sich einlassen. Die Wege sind meist flach, aber oft nass, rutschig und ohne Geländer. Ich habe genug Leute in Flip-Flops gesehen, die nach 500 m umdrehen mussten. Mein Rat: Investieren Sie in gutes Schuhwerk und vielleicht ein Paar günstige Trekkingstöcke aus dem Decathlon in Funchal (ab 12,99 €). Die können auf den rutschigen Levada-Rändern den Unterschied zwischen einem schönen Tag und einem Sturz in den Kanal ausmachen.

Tour 1 – Die Tour, die meinen Trip gerettet hat

Nachdem ich die PR1 an einem verschlossenen Morgen erlebt hatte – die IFCN-Barriere war zu, ein laminiertes Schild: „PR1 GESCHLOSSEN – WARTUNGSARBEITEN" – saß ich mit einem Freund aus Lissabon im Auto, völlig deprimiert. Wir hatten uns auf den Sonnenaufgang gefreut, stattdessen standen wir um 5:30 Uhr auf einem leeren Parkplatz. Mein Backup-Plan war die PR1.2 von Achada do Teixeira – nur 3 km einfach, 100 Höhenmeter, und der gleiche Gipfel (Pico Ruivo) am Ende. Es war nicht die komplette Traverse, aber wir standen auf Madeiras höchstem Punkt, sahen die Sonne über den Wolken aufgehen, und waren vielleicht 20 Leute. Kein Gedränge, keine Bluetooth-Lautsprecher. Nur Stille und dieser Blick. Mein Freund sagte hinterher: „Eigentlich war es besser so – wir konnten eine Stunde auf dem Gipfel sitzen, statt durch die Treppenabschnitte zu hetzen." Seitdem ist die PR1.2 mein offizieller Plan B für jeden, der den Gipfel sehen will, aber keine Lust auf den vollen Aufstieg hat.

Sonnenaufgangs-Transfer PR1 mit Führung

Der bequemste Weg, den Sonnenaufgang auf Pico do Arieiro zu erleben – aber nur, wenn Sie die Menschenmassen am Gipfel ertragen. Pro: Sie werden abgeholt und zurückgebracht, kein Autofahren auf den engen Bergstraßen. Kontra: Die Gruppe geht im eigenen Tempo, und Sie teilen den Sonnenaufgang mit bis zu 200 anderen. Für Anfänger, die den Komfort wollen, eine gute Wahl – aber buchen Sie mindestens 5 Tage im Voraus (Juli–September).

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Die Momente, die das Wandern auf Madeira lohnenswert machten

Es sind nicht die großen Aussichtspunkte – obwohl die auch beeindruckend sind (ja, ich darf das Wort hier benutzen, weil es faktisch korrekt ist). Es sind die kleinen Begegnungen. Ich traf einmal einen Levada-Wärter namens Sr. António auf dem PR9-Weg bei Ribeiro Frio. Er stand knietief in einem Kanal und schippte Schlamm mit einer Metallharke, während sein Hund auf dem Weg schlief. Ich blieb stehen, um nach dem Weg zu fragen, und er erklärte mir 20 Minuten lang, wie das Levada-System aus dem 15. Jahrhundert funktioniert – dass die Wasserrechte immer noch nach dem gleichen „Rodízio"-System (Rotation) vergeben werden, das die ersten Siedler entworfen haben. Er zeigte auf Moosmuster an den Kanalwänden, um zu zeigen, wo der Wasserstand sein sollte. Er sprach kein Englisch. Mein Portugiesisch war furchtbar. Aber wir kommunizierten durch Gesten und die universelle Sprache des „Darauf-zeigens-und-Nickens". Ich denke jedes Mal an Sr. António, wenn ich eine Levada entlanggeh

Ein anderer Moment: die Levada dos Balcões. Das ist der optimale Einstieg für Anfänger. Ein flacher, breiter, gepflasterter Weg durch Lorbeerwald, der an einem Balkon endet, von dem man Pico do Arieiro und Pico Ruivo in der Ferne sieht. 1,5 km pro Strecke, etwa 30 Höhenmeter, kein Schwindelgefühl, Geländer am Aussichtspunkt. Die berühmten zutraulichen Buchfinken fressen Ihnen aus der Hand. Es gibt ein Café und eine Forellenzucht am Startpunkt. Ideal für Familien mit kleinen Kindern, Menschen mit Höhenangst oder wenn Sie wenig Zeit haben. Nicht für erfahrene Wanderer, die eine Herausforderung suchen – das ist im Grunde ein Naturspaziergang mit beeindruckendem Ende

Tour 2 – Ein weniger bekannter Tour-Geheimtipp

Wenn ich jemandem eine Levada-Wanderung empfehlen muss, die nicht überlaufen ist, aber trotzdem Wasserfall-Garantie bietet, dann ist es die Levada do Alecrim (PR6.1). Sie startet am gleichen Parkplatz wie die 25 Fontes (Rabaçal), ist aber kürzer, einfacher und hat weniger Leute. Der Weg führt durch dichten Lorbeerwald, vorbei an kleinen Wasserfällen, und endet an einem eindrucksvollen, 30 Meter hohen Wasserfall, der direkt in ein Becken stürzt. Die Strecke: 3,5 km einfach, 150 Höhenmeter, etwa 1,5 Stunden pro Weg. Keine exponierten Stellen, keine Tunnel. Ideal für Anfänger. Aber: Der Parkplatz am Rabaçal-Forsthaus ist um 9 Uhr voll. Mein Trick: Parken Sie auf dem oberen Parkplatz an der ER110 (ca. 120 Plätze, selten voll vor 10 Uhr) und nehmen Sie den Shuttle hinunter (2,50 € pro Person, bar, alle 15-20 Minuten). Der Shuttle-Stopp ist mit einem gelben „Parque"-Schild markiert – die meisten fahren daran vorbei, weil sie direkt zum unteren Parkplatz wollen.

Geführte Levada-Wanderung: 25 Fontes & Alecrim

Eine Kombi-Tour, die beide Highlights abdeckt – aber der Guide hetzt Sie durch. Pro: Sie müssen sich um keine Logistik kümmern, der Guide kennt die besten Fotomomente und die Geschichte der Levadas. Kontra: Sie sind an das Tempo der Gruppe gebunden, und an 25 Fontes ist es selbst mit Guide voll. Mein Tipp: Buchen Sie diese Tour nur, wenn Sie Alecrim priorisieren und 25 Fontes als Bonus sehen. Sonst machen Sie es lieber allein – starten Sie vor 9 Uhr.

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Was mich an Madeira wirklich überrascht hat

Die Mikroklimate. Ich wusste, dass Madeira vulkanisch ist, aber ich hatte keine Ahnung, dass man innerhalb von 30 Minuten Autofahrt von 28 °C und Sonne in 8 °C und Nebel wechseln kann. Ich fuhr einmal im November zur Levada do Alecrim – die IPMA-Vorhersage sagte „leichter Regen". Was ich bekam: ein 30-minütiger Wolkenbruch, der den sanften Levada-Weg in eine reißende Rinne verwandelte. Der Kanal – normalerweise 30 cm tief – lief 15 cm über den Weg. Ich stand knöcheltief im Wasser, ging am bergseitigen Rand, weil die talseitige Seite in eine Schlucht abfiel, die ich durch den Regen nicht einmal sehen konnte. Der Wasserstand im Levada-Kanal stieg in 20 Minuten um 25 cm – ich habe es gesehen. Ich drehte um, durchnässt und durchgefroren, und am nächsten Morgen wurde der Weg von der IFCN wegen eines Erdrutsches 500 m vom Parkplatz gesperrt. Die Lehre: IPMAs „leichter Regen"-Vorhersagen für die Nordküste können alles bedeuten. Wenn Sie auf einem Levada-Weg sind und das Wasser beginnt, den Wegrand zu überspülen, drehen Sie sofort um. Es wird nur schlimmer.

Eine weitere Überraschung: die PR8 (Ponta de São Lourenço) im August. Wir starteten um 10 Uhr – mein erster Fehler. Um 11 Uhr strahlte der Basaltfelsen Hitze ab wie eine Pizza aus dem Ofen, es gab keinen Schatten, und der Weg fühlte sich doppelt so lang an wie seine 3 km pro Strecke. Meine Gruppe war dehydriert, gereizt und suchte Schutz hinter dem einzigen Felsen, der einen Schatten warf. Ich brach ab, fuhr 15 Minuten westlich zum Küstenweg bei Prainha – ein flacher, 2 km langer Weg entlang der Vulkanklippen mit Meeresbrise und tatsächlichem Schatten von den Felsüberhängen. Wir sahen eine Mönchsrobbe vom Aussichtspunkt und aßen Sandwiches auf einer Bank mit Blick aufs Meer. Die Lektion: Die PR8 ist nur bei Sonnenaufgang oder am späten Nachmittag im Sommer machbar. Die Küstenalternativen sind genauso schön und viel weniger bestrafend.

Sofia Almeidas Insider-Tipps für den optimalen Start

Was ich vor meiner ersten Reise gerne gewusst hätte

Eine Sache, die mir keiner gesagt hat: Nicht alle Levadas haben Geländer. Die Levada do Risco und Teile der PR9 folgen Bewässerungskanälen mit einem 30–50 cm breiten Wegrand und einem 20 m+ tiefen Abgrund ins Tal. Es gibt keinen Zaun. Selbst „einfache" Levada-Wanderungen wie Teile der 25 Fontes haben exponierte Abschnitte. Wenn Sie Höhenangst haben, bleiben Sie bei der Levada dos Balcões oder den Küstenpromenaden. Ich habe genug Leute gesehen, die nach 200 m auf einem schmalen Grat erstarrt sind und nicht weiterkonnten.

Eine zweite Sache: Die PR1 ist kein Spaziergang. 6 km klingen nicht weit – aber die 800 Höhenmeter (meist Treppen), die zwei stockdunklen Tunnel (Tunnel 1: ~200 m, Tunnel 2: ~120 m) und der Abschnitt, auf dem der Weg auf 1 m Breite mit 200 m Abgrund auf beiden Seiten schrumpft, machen es zu einer Ausdauerherausforderung. Ich bin in 5 Stunden fertig geworden, weil ich ständig anhielt, um Luft zu holen – und dann versagten meine Beine trotzdem. Meine Knie schmerzten zwei Tage lang. Nehmen Sie mindestens 2 Liter Wasser mit – ich hatte bei km 4 keinen Schluck mehr und musste die letzten Tropfen auf der letzten Treppe rationieren.

Und noch etwas: Der Fanal-Wald im Nebel ist keine Märchenwelt – es ist ein Orientierungsalbtraum. Ich war im Januar um 7 Uhr dort. Die Blogs schwärmten von „verzauberten" Bäumen. Was ich bekam: Nebel so dicht, dass ich meine Stiefel nicht sah. Die Parkplatzmarkierungen verschwanden nach 15 m. Ich folgte 20 Minuten dem, was ich für den Weg hielt, bevor ich merkte, dass ich im Kreis lief – meine eigenen Fußspuren bestätigten es. Kein Handyempfang, keine Wegmarkierungen sichtbar, nur Grau und Stille. Ich blieb stehen, lauschte auf die Straße und folgte dem Geräusch eines gelegentlichen Motors. Es dauerte 45 Minuten, um zurückzukommen. Gehen Sie nicht in dickem Nebel in den Fanal-Wald ohne GPS – der Waldboden sieht überall gleich aus, und die Wegmarkierungen sind an Bäumen, die Sie nicht sehen können.

Wenn ich noch einmal anfangen könnte, würde ich die geführte PR1-Sonnenaufgangswanderung buchen – nicht weil ich die Führung brauche, sondern weil der Transfer mich morgens um 5 Uhr abholt und ich nicht auf den vollen Parkplatz ankommen muss. Aber ich würde einen Tag im November wählen, nicht im Juli. Und ich würde vorher die IFCN-Seite checken – und einen Plan B in der Tasche haben.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Levada-Wanderung auf Madeira ist für absolute Anfänger geeignet?

Die Levada dos Balcões (PR11) ist der optimale Einstieg: 1,5 km pro Strecke, flach, gepflastert, kein Schwindelgefühl, Geländer am Aussichtspunkt. Ideal für Familien mit Kindern oder Menschen mit Höhenangst. Die Levada do Alecrim (PR6.1) ist eine gute zweite Wahl – etwas länger (3,5 km pro Strecke), aber immer noch leicht und mit Wasserfall-Belohnung.

Wie schwierig ist die PR1 von Pico do Arieiro nach Pico Ruivo wirklich?

Die PR1 ist kein Spaziergang. 6 km Strecke, 800 Höhenmeter (meist Treppen), zwei dunkle Tunnel und ein Abschnitt mit 1 m Breite und 200 m Abgrund. Für Anfänger ohne Bergerfahrung und gute Kondition nicht geeignet. Die alternative PR1.2 von Achada do Teixeira ist deutlich einfacher (3 km, 100 Höhenmeter) und führt zum gleichen Gipfel.

Wann ist die beste Zeit für Levada-Wanderungen auf Madeira?

Frühling (März–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind ideal: angenehme Temperaturen, weniger Menschen, zuverlässige Wegverhältnisse. Im Sommer (Juni–August) ist es wärmer und voller – starten Sie vor 9 Uhr. Im Winter (November–Februar) kann es auf der Nordseite regnen und oberhalb von 1.800 m auf dem Pico Ruivo schneien. Prüfen Sie immer die IFCN-Trail-Bedingungen.

Brauche ich spezielle Ausrüstung für Levada-Wanderungen?

Ja. Gute Wanderschuhe mit Profil (keine Flip-Flops oder Turnschuhe) sind Pflicht – die Levadas sind nass und rutschig. Wanderstöcke helfen auf den schmalen, unebenen Abschnitten. Eine Kopflampe für die Tunnel (PR1, PR9) und eine Regenjacke für die Mikroklimate. Trinken Sie mindestens 1,5–2 Liter Wasser pro Wanderung. Offline-Karten auf dem Handy sind essenziell – viele Wege haben keinen Empfang.

Wie komme ich zu den Levada-Startpunkten ohne Auto?

Es gibt Buslinien (SAM) zu einigen Startpunkten – aber sie fahren selten und nicht vor 8 Uhr. Zur PR1 (Pico do Arieiro) gibt es keine Busverbindung. Zum Rabaçal (PR6/PR6.1) fährt Bus 110 (Funchal–Porto Moniz) mit 3 Fahrten pro Tag. Zur PR8 (Sardinha) fährt Bus 113 (6 Fahrten pro Tag). Mein Rat: Mieten Sie ein Auto – die Flexibilität ist es wert. Buchen Sie in Funchal, nicht am Flughafen (ca. 15 € günstiger pro Tag).

Kann ich auf Madeira auch im Winter wandern?

Ja, aber mit Einschränkungen. Die tiefer gelegenen Levadas (Balcões, Alecrim, 25 Fontes) sind meist begehbar. Die PR1 kann oberhalb von 1.800 m Schnee haben – prüfen Sie die IPMA-Wettervorhersage und die IFCN-Trail-Bedingungen. Regen auf der Nordseite ist häufig, also planen Sie wasserdichte Kleidung ein. Der Vorteil: weniger Menschen und stimmungsvolle Lichtspiele im Nebel.