Madeira Jeep Safari: Osten vs. Westen – Beide Touren, ein Urteil
Ich habe beide Touren gemacht. Hier ist, was dir keiner sagt.
Ich habe auf Madeira an die 400 Kilometer Levadas und Bergpfade erwandert, aber die Jeep-Safaris sind eine ganz eigene Kategorie. Sie versprechen, die Insel in einem Tag zu zeigen, ohne selbst fahren zu müssen – und das auf Straßen, die man mit einem Mietwagen lieber meidet. Ich habe beide Touren gemacht: die Ost-Safari (Pico do Arieiro, Santana, Ponta de São Lourenço) und die West-Safari (Fanal, Porto Moniz, Seixal, Cabo Girão). Mein Urteil fällt überraschend klar aus, aber nicht aus den Gründen, die du denkst.
Die Ost-Tour ist die, die dich auf den höchsten Gipfel bringt und durch die berühmten Dreieckshäuser von Santana führt. Die West-Tour konzentriert sich auf den Lorbeerwald von Fanal, die natürlichen Schwimmbecken von Porto Moniz und den spektakulären Sonnenuntergang am Cabo Girão. Beide Touren sind lang – etwa acht bis neun Stunden – und beide kosten ähnlich viel. Aber die Unterschiede liegen im Detail, und die haben mich überzeugt.
Produkt 1: Die Ost-Safari – Pico do Arieiro, Santana, Ponta de São Lourenço
Die Ost-Tour startet meist um 8 Uhr in Funchal. Der erste Stopp ist der Pico do Arieiro, mit 1.818 Metern der dritthöchste Gipfel Madeiras. Der Guide fährt euch auf die Serpentinenstraße hinauf, die ich selbst schon oft mit dem Mietwagen gefahren bin – und die ich ohne einen 1,2-Liter-Benziner nicht empfehlen würde. Die Straße hat über 40 Haarnadelkurven mit Steigungen von bis zu 20 Prozent. Ein Fiat 500 würde daran verzweifeln. Der Jeep meistert sie mühelos.
Oben angekommen, habt ihr etwa 45 Minuten Zeit, um den Ausblick zu genießen. Ich war an einem klaren Morgen im April oben – T-Shirt-Wetter am Parkplatz, Sonnenbrille auf, ich fühlte mich überlegen. Dann ging ich durch den Tunnel auf dem PR1-Weg und die Temperatur fiel um 12 Grad. Ich stand im Nebel, die Sicht war auf null. Der Mikroklima-Wechsel passiert genau auf dem Kamm zwischen Arieiro und Ruivo – das Wetter der Nordküste schwappt herüber wie ein Deckel von einem Topf. Ich zitterte in einer dünnen Regenjacke, die ich fast im Auto gelassen hätte. Seitdem trage ich auf dem PR1 immer eine richtige Thermalschicht, selbst wenn in Funchal 28 Grad sind. Der Guide auf der Safari wusste das und hatte für alle eine Jacke dabei – ein Detail, das mir sofort auffiel.
Von dort geht es weiter nach Santana, zu den berühmten Dreieckshäusern. Die sind hübsch, aber ehrlich: Nach 20 Minuten hast du sie gesehen. Die Bäckerei nebenan, die das beste Bolo do Caco auf der Insel macht, ist der eigentliche Grund für den Stopp. Das süße Kartoffelbrot mit Knoblauchbutter ist eine Offenbarung. Ich kaufe dort jedes Mal ein halbes Dutzend für den Rückweg.
Der letzte Stopp ist die Ponta de São Lourenço, die östlichste Spitze der Insel. Der PR8-Weg ist 3 km lang, führt über nackten Basalt und hat null Schatten. Im August starteten wir um 10 Uhr – mein erster Fehler. Um 11 Uhr strahlte der Felsen Hitze ab wie eine Pizza aus dem Ofen. Meine Gruppe war dehydriert, gereizt und suchte Schutz hinter dem einzigen Felsen, der Schatten warf. Ich brach ab, fuhr 15 Minuten westlich zum Küstenweg bei Prainha – ein flacher, 2 km langer Pfad entlang der Vulkanklippen mit Meeresbrise und tatsächlichem Schatten. Wir sahen eine Mönchsrobbe vom Aussichtspunkt aus und aßen Sandwiches auf einer Bank mit Blick auf den Ozean. Die Lektion: Den PR8 macht man nur bei Sonnenaufgang oder am späten Nachmittag. Die Safari beinhaltet ihn mittags – das ist ein Designfehler.
Für wen die Ost-Safari ist: Leute, die unbedingt den Pico do Arieiro sehen wollen, aber nicht wandern möchten. Fotografen, die die Dreieckshäuser brauchen. Alle, die eine kompakte Insel-Ost-Erkundung wollen.
Für wen sie nicht ist: Menschen mit Hitzeempfindlichkeit. Familien mit Kleinkindern – die Ponta de São Lourenço ist gnadenlos. Jeder, der Ruhe sucht – die Tour ist laut und voll.
Warum die West-Safari mich fast überzeugt hat
Die West-Tour ist die, von der ich vorher dachte: „Das ist der Touristenkram." Ich lag falsch. Sie startet ebenfalls um 8 Uhr, fährt aber direkt in den Lorbeerwald von Fanal. Der Wald ist ein UNESCO-Weltnaturerbe, mit uralten, verkrüppelten Bäumen, die aussehen wie aus einem Fantasy-Film. Ich war im Januar um 7 Uhr dort – die Blogs hatten mich gewarnt: „verzaubert", „wie im Märchen". Was ich bekam, war Nebel so dick, dass ich meine Stiefel nicht sah. Die Parkplatzmarkierungen verschwanden nach 15 Metern. Ich folgte einem Pfad, den ich für den richtigen hielt, und landete 20 Minuten später im Kreis – meine eigenen Fußspuren bestätigten es. Kein Handyempfang, keine Wegmarken, nur Grau und Stille. Ich blieb stehen, lauschte auf die Straße und folgte dem Geräusch eines gelegentlichen Motors. Es dauerte 45 Minuten, bis ich zurück war. Geh nicht in dichtem Nebel in den Fanal-Wald ohne GPS – der Waldboden sieht überall gleich aus und die Markierungen sind an Bäumen, die du nicht siehst.
Der Guide auf der Safari kannte den Wald in- und auswendig. Er fuhr uns direkt zu den fotogensten Bäumen, ohne dass wir uns verliefen. Das ist der Wert einer geführten Tour – jemand, der weiß, wo die Bäume stehen, auch wenn man nichts sieht.
Danach geht es zu den natürlichen Schwimmbecken von Porto Moniz. Die sind im Sommer überlaufen, aber im März war ich allein. Das Wasser ist glasklar und etwa 18 Grad – erfrischend, aber nicht schockierend kalt. Die Becken sind aus Lavaformationen geschaffen, das Meer brandet direkt daneben. Es gibt Umkleidekabinen und Duschen – praktisch, wenn man nach dem Baden weiterfährt.
Der nächste Stopp ist Seixal, ein kleiner Ort mit einem schwarzen Sandstrand. Der Strand ist hübsch, aber der wahre Grund für den Stopp ist das Essen. Es gibt ein Restaurant direkt am Wasser, das fangfrischen Espada (schwarzen Degenfisch) serviert, eine madeirische Spezialität. Der Fisch wird mit Banane und Passionsfruchtsauce serviert – klingt komisch, schmeckt fantastisch.
Der letzte Stopp ist das Cabo Girão, eine der höchsten Meeresklippen Europas mit 580 Metern. Der Glasboden-Aussichtspunkt ist kostenlos und der Ausblick auf Funchal und das Meer ist gigantisch. Die Sonne geht direkt hinter der Klippe unter – ein perfekter Abschluss.
Für wen die West-Safari ist: Naturliebhaber, die den Lorbeerwald erleben wollen. Schwimmer, die in den Lavabecken planschen möchten. Feinschmecker – das Mittagessen in Seixal ist das beste auf beiden Touren. Alle, die einen entspannten Tag ohne große Anstrengung wollen.
Für wen sie nicht ist: Gipfelstürmer – es gibt keine nennenswerten Höhen. Leute, die historische Städte sehen wollen – die West-Tour ist reine Natur. Jeder, der schnell unterwegs sein will – die Tour hat viele Stopps und dauert entsprechend.
Produkt 2: Die West-Safari – Fanal, Porto Moniz, Seixal, Cabo Girão
Ich habe die West-Safari über Viator gebucht, und zwar die „Full-Day Jeep Safari West" Tour. Der Guide holte mich am Hotel ab, ein umgebauter Land Rover, offen, mit Platz für acht Leute. Wir fuhren zuerst nach Fanal – der Nebel war da, aber der Guide kannte den Wald. Er fuhr uns direkt zu den fotogensten Bäumen, ohne dass wir uns verliefen. Das ist der Wert einer geführten Tour – jemand, der weiß, wo die Bäume stehen, auch wenn man nichts sieht. Wir machten Fotos, atmeten die feuchte Luft ein, und dann ging es weiter nach Porto Moniz.
Die natürlichen Schwimmbecken waren im März fast leer. Das Wasser war glasklar, etwa 18 Grad. Ich sprang hinein und fühlte mich sofort erfrischt. Die Becken sind aus Lavaformationen geschaffen, das Meer brandet direkt daneben. Es gibt Umkleidekabinen und Duschen – praktisch, wenn man nach dem Baden weiterfährt. Nach einer Stunde Fahrt kamen wir in Seixal an, einem kleinen Ort mit einem schwarzen Sandstrand. Das Restaurant direkt am Wasser servierte fangfrischen Espada mit Banane und Passionsfruchtsauce – eine madeirische Spezialität, die fantastisch schmeckt. Ich habe selten so gut gegessen auf einer Tour.
Der letzte Stopp war das Cabo Girão, 580 Meter über dem Meer. Der Glasboden-Aussichtspunkt ist kostenlos und der Ausblick auf Funchal und das Meer ist gigantisch. Die Sonne ging direkt hinter der Klippe unter – ein perfekter Abschluss. Ich saß da, aß ein Stück Bolo do Caco, das ich in Santana gekauft hatte, und dachte: „Das war der bessere Tag."
Für wen die West-Safari ist: Naturliebhaber, die den Lorbeerwald erleben wollen. Schwimmer, die in den Lavabecken planschen möchten. Feinschmecker – das Mittagessen in Seixal ist das beste auf beiden Touren. Alle, die einen entspannten Tag ohne große Anstrengung wollen.
Für wen sie nicht ist: Gipfelstürmer – es gibt keine nennenswerten Höhen. Leute, die historische Städte sehen wollen – die West-Tour ist reine Natur. Jeder, der schnell unterwegs sein will – die Tour hat viele Stopps und dauert entsprechend.
Der Moment, in dem ich mich entschied
Es war auf der West-Tour, als wir am Cabo Girão standen. Die Sonne ging unter, der Himmel war orange und rosa, und ich hörte das Meer 580 Meter unter mir. Auf der Ost-Tour war ich gestresst – die Hitze auf der Ponta de São Lourenço, die Menschenmassen am Pico do Arieiro, die Hektik in Santana. Auf der West-Tour war ich ruhig. Der Guide hatte keine Eile, wir hatten Zeit, die Momente zu genießen. Der Lorbeerwald war mystisch, die Schwimmbecken waren leer, das Essen war fantastisch. Die Ost-Tour fühlt sich an wie eine Checkliste – „Pico do Arieiro abhaken, Santana abhaken, Ponta de São Lourenço abhaken". Die West-Tour fühlt sich an wie ein Tag, den man wirklich erlebt.
Wenn du zum ersten Mal auf Madeira bist und die Insel in ihrer ganzen Vielfalt sehen willst, nimm die West-Tour. Sie zeigt dir die Natur, die Küste, die Klippen und die Ruhe. Die Ost-Tour ist für Leute, die unbedingt auf den höchsten Punkt wollen und die Dreieckshäuser brauchen. Aber für mich, nach über 400 Kilometern Wandern auf dieser Insel, ist die West-Tour die bessere Wahl. Sie ist entspannter, abwechslungsreicher und fühlt sich weniger nach Tourismus an.
Was ich vorher gerne gewusst hätte
Ein paar Dinge, die mir auf beiden Touren aufgefallen sind und die ich vorher gerne gewusst hätte:
- Das Wetter auf dem Pico do Arieiro ist unberechenbar. Ich startete an einem wolkenlosen Morgen im April – T-Shirt-Wetter am Parkplatz, Sonnenbrille auf. Am Tunnel auf dem PR1-Weg fiel die Temperatur um 12 Grad und ich stand im Nebel. Der Guide auf der Safari hatte für alle eine Jacke dabei – ein Detail, das mir sofort auffiel. Aber wenn du die Tour privat machst, packe eine Thermalschicht ein, selbst wenn in Funchal 28 Grad sind.
- Die Ponta de São Lourenço ist im Sommer eine Hitzefalle. Wir starteten um 10 Uhr – mein Fehler. Um 11 Uhr strahlte der Basalt Hitze ab wie eine Pizza aus dem Ofen. Der PR8-Weg hat null Schatten und die 3 km fühlen sich wie 10 an. Wenn du die Ost-Tour machst, bitte den Guide, den Stopp entweder ganz früh oder ganz spät zu machen. Sonst wirst du unglücklich.
- Der Fanal-Wald ist im Nebel gefährlich. Ich war im Januar um 7 Uhr dort – der Nebel war so dick, dass ich meine Stiefel nicht sah. Ohne GPS wäre ich verloren gewesen. Der Guide auf der West-Tour kannte den Wald in- und auswendig und fuhr uns direkt zu den Bäumen – das war Gold wert. Wenn du den Wald allein besuchst, lade vorher Offline-Karten herunter. Das Handy hat auf dem Plateau keinen Empfang.
- Das Essen in Seixal ist der Höhepunkt der West-Tour. Das Restaurant direkt am Wasser serviert fangfrischen Espada mit Banane und Passionsfruchtsauce. Ich habe selten so gut gegessen auf einer Tour. Die Ost-Tour hat keinen vergleichbaren kulinarischen Stopp – du isst entweder in Santana (solide, aber nicht spektakulär) oder in Funchal (wenn du früh zurück bist).
- Die West-Tour ist entspannter. Auf der Ost-Tour hetzt du von Stopp zu Stopp – Pico do Arieiro, Santana, Ponta de São Lourenço, zurück. Auf der West-Tour hast du Zeit zum Schwimmen, zum Essen, zum Genießen. Der Guide auf der West-Tour hatte keine Eile, wir hatten Zeit, die Momente zu genießen. Das macht den Unterschied.
- Buche die West-Tour im Voraus. Die Touren sind beliebt und die guten Guides sind schnell ausgebucht. Ich habe meine West-Safari über Viator gebucht, und zwar die „Full-Day Jeep Safari West" Tour. Die Buchung war einfach, der Guide war pünktlich und die Tour war genau wie beschrieben. Für die Ost-Tour habe ich eine andere Agentur genommen – der Guide war okay, aber die Tour war hektischer.
Häufig gestellte Fragen
Welche Jeep-Safari ist besser für den ersten Besuch auf Madeira?
Die West-Safari. Sie zeigt dir die natürliche Vielfalt der Insel – Lorbeerwald, Lavabecken, schwarze Strände und die höchste Meeresklippe Europas – ohne Hektik. Die Ost-Safari ist gut, wenn du unbedingt den Pico do Arieiro sehen willst, aber die West-Tour ist entspannter und abwechslungsreicher.
Kann man beide Touren an aufeinanderfolgenden Tagen machen?
Ja, aber ich würde es nicht empfehlen. Beide Touren dauern 8-9 Stunden und sind anstrengend – du sitzt viel im Jeep, aber die Stopps sind intensiv. Mach lieber einen Tag Pause dazwischen, sonst bist du am Ende nur noch müd.
Welche Tour ist besser für Kinder?
Die West-Safari. Die Ponta de São Lourenço auf der Ost-Tour ist im Sommer eine Hitzefalle – kein Schatten, heißer Basalt, lange Wege. Die West-Tour hat Schwimmbecken, einen Strand und kürzere Spaziergänge. Kinder lieben die Lavabecken von Porto Moniz.
Brauche ich besondere Kleidung für die Jeep-Safari?
Ja. Auf dem Pico do Arieiro kann es selbst im Sommer kalt werden – packe eine Jacke ein. Für die West-Tour brauchst du Badesachen für Porto Moniz und feste Schuhe für den Fanal-Wald. Der Jeep ist offen – Sonnencreme und eine Mütze sind Pflicht. Die Guides haben oft Decken dabei, aber verlass dich nicht darauf.
Welche Tour bietet die besseren Fotomotive?
Die West-Tour. Der Fanal-Wald mit seinen uralten Bäumen im Nebel ist einzigartig. Das Cabo Girão bei Sonnenuntergang ist spektakulär. Die Ost-Tour hat den Pico do Arieiro (wenn er nicht in den Wolken steckt) und die Dreieckshäuser von Santana – aber die sind schnell fotografiert.
Kann ich die Touren auch auf Deutsch buchen?
Ja, viele Anbieter bieten Touren auf Deutsch an. Achte bei der Buchung auf die Sprachenauswahl. Die Guides sprechen oft Englisch, Deutsch und Portugiesisch. Wenn du eine deutsche Tour willst, buche frühzeitig – die Plätze sind begrenzt.
Full-Day Jeep Safari West: Fanal, Porto Moniz, Seixal, Cabo Girão
Meine klare Empfehlung für den ersten Besuch. Der Guide kannte den Fanal-Wald in- und auswendig, die Lavabecken waren leer und das Mittagessen in Seixal war fantastisch. Einziger Nachteil: Keine Gipfel – wer unbedingt auf 1.800 Meter will, braucht die Ost-Tour.
Auf Viator buchen →Full-Day Jeep Safari East: Pico do Arieiro, Santana, Ponta de São Lourenço
Gut für Gipfel-Fans und Fotografen, aber die Ponta de São Lourenço ist im Sommer eine Hitzefalle. Die Dreieckshäuser von Santana sind hübsch, aber nach 20 Minuten gesehen. Besser für Leute, die die Insel schnell abhaken wollen.
Auf Viator buchen →Explore More
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